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Büdelduden

Nordlichter wissen, was ein Büdel ist: nämlich eine Tasche! Meist ist damit eine Tragetasche gemeint oder auch ein Einkaufsbeutel. Gleichzeitig kann ein Büdel aber auch ein Friseur, ein Baby oder ein Quatschkopf sein – je nachdem, welches Wort du ihm voransetzt:

Blarrbüdel: liebevolle Bezeichnung für ein plärrendes Baby.

Dröhnbüdel: jemand, der ausschweifend und ein bisschen umständlich von sich und der Welt erzählt. Manchmal wird der Dröhnbüdel auch einfach nicht richtig verstanden. Wie so oft im Plattdeutschen, ist der Dröhnbüdel eine eher liebevoll-neckende Bezeichnung.

Drömbüdel: jemand, der fest an seine Träume glaubt. Eine Idealistin, vielleicht auch ein Traumtänzer – immer aber ein herzensguter Mensch.

Gnadderbüdel: jemand, der an allem etwas zu nörgelt hat, ständig meckert und ein sturer Querkopf ist.

Hamsterbüdel: eine Tasche, die mit allem Nötigen und manch Unnötigem vollgestopft wird – ob beim Einkaufen oder für den Strandtag.

Knickerbüdel: ein Geizhals. Jemand, der sich oder anderen selten etwas Tolles spendiert.

Putzbüdel: so nennen Niederdeutsche augenzwinkernd ihren Friseur. Natürlich ist ein Putzbüdel aus Jute auch prädestiniert für die Unterbringung von Reinigungsutensilien jedweder Art.

Smeerbüdel: liebevoll für jemandem, der sich schmutzig gemacht hat, aber auch „schmieriger Typ“.

Tüdelbüdel: milde Variante des „Flunkerers“. Auch jemand, der gerade ein bisschen neben der Spur ist, dich neckt oder ein Schelm ist. Der Tüdelbüdel ist eine beinahe schon unübersetzbare Liebeserklärung. Wer dich so nennt, der (oder die) hat dich lieb. Selbst wenn du tüdelst!

Quarkbüdel: eigentlich ein weinendes und schluchzendes Kind. Quarkbüdel sind wirklich nah am Wasser gebaut und halten bei traurigen Filmen stets Taschentücher bereit. Wenn dich jemand so nennt, ist es zärtlich und liebevoll gemeint. Also: Drama, Baby! Tränen lügen nicht.

Schietbüdel: Wörtlich übersetzen sollte man Wörter aus der Niederdeutschen Sprache nicht immer, dafür ist der Schietbüdel ein gutes Beispiel. Ursprünglich trägt das Wort die Bedeutung „Wickelkind“ und ist heute eine gebräuchliche Bezeichnung für ein Kind oder auch für den Partner. Wer dein Schietbüdel ist, der darf sich von dir geliebt fühlen! Der Schieter ist die Kurzform des Schietbüdels. Oft gebraucht unter lang verheirateten Hamburger Ehepaaren. Klingt dann ungefähr so: „Schieddaah! Komm‘ ma‘ inne Stube rein jetzt, Ina Müllää fängt aan!“

Plünnbüdel: ein Chaot oder auch eine scherzhafte Bezeichnung für eine Frau oder einen Mann, die oder der schräg gekleidet ist – was natürlich gänzlich im Auge des Betrachters liegt. Die Fernsehsendung „Shopping Queen“ würde auf Platt wohl „Plünnbüdel ünnerwegs“ heißen.

Sabbelbüdel: jemand der zu viel redet, tratscht, die unglaublichsten Geschichten oder auch völligen Mist erzählt. Bestimmt kennt jeder von uns einen Sabbelbüdel und ist von ihm oder ihr ganz schön genervt!

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